FAQ - Häufig gestellte Fragen

In unserem FAQ-Bereich findest Du die Antworten zu Deinen Fragen rund um Bauen mit Lehm und Kalk, natürlichen Farben, ökologischer Dämmung und gesundem Wohnen. Wenn Deine Frage hier nicht dabei war, sprich uns einfach an.

Allgemeine Fragen

Grundsätzlich lässt sich das Bauen mit Naturbaustoffen und konventionellen Baustoffen kaum miteinander vergleichen. Neben dem reinen Aufwand in Geld solltest Du in einer Gesamtbetrachtung auch Faktoren wie Gesundheit, Wohlbefinden, graue Energiekosten, Haltbarkeit, Entsorgungskosten berücksichtigen.

Natur- und menschengerechtes Bauen sind billiger in der Gesamtvernetzung von Ökologie, Gesundheit, Volkswirtschaft, Heizung, Kühlung, Kreativität, Stadtflucht, Alkoholismus und Drogen, phychischer Abhängigkeit, Baustabilität etc.

Das Zitat des Künstlers Friedensreich Hundertwasser ( 1928-2000) zeigt, welche Faktoren neben der reinen monetären Betrachtung der Baukosten auch berücksichtigt werden müssen. Bei dieser Gesamtbetrachtung sind Naturbaustoffe deutlich preiswerter als bauchemische Produkte.

FAQ Lehm

Gipskartonplatten ist nicht für dicke Putzschichten geeignet. Durch zu langes Einwirken von Feuchtigkeit kann die Platte Schaden nehmen. Sollen Gipskartonplatten mit Lehm verputzt werden, empfiehlt es sich, diese zuvor zu grundieren. Die Plattenstöße müssen mit Gazefugenband ausreichend bewehrt werden. Dann können Putzstärken bis 3 mm aufgetragen werden. Ein vollfächtiges Einspachteln von Armierungsgewebe verhindert das Reisen an den Plattenstößen. Das zügige Auftrocknen den Lehmputzes sollte ggf. durch Trocknungsgeräte unterstützt werden.

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Bei Putzen wie z.B. Gips- oder Zementputzen, die Wasser zur chemischen Bindung brauchen, werden Aufbrennsperren benötigt, damit das für die Bindung erforderliche Wasser nicht vom Putzgrund aufgesaugt wird. Lehmputze haben Tonminerale als Bindemittel. Im Gegensatz zu anderen Putzen wird hier kein Wasser chemisch gebunden. Deshalb ist eine Aufbrennsperre nicht erforderlich. Die Bindung erfolgt durch das Austrocknen des zum Verputzen zugeführten Wassers. Da das Aufsaugen des Untergrundes ggf. auch die Plastizität des Lehmputzes reduzieren kann, ist es aber ggf. vorteilhaft, den Putzgrund moderat mit Wasser zu benetzen.

Wenn der Streichputz der einige Lehmbaustoff im Raum ist, hat dieser nur einen sehr geringen Einfluss auf das Raumklima. Damit Lehm seine positiven Eigenschaften für die Regulierung der Luftfeuchtigkeit im Raum ausspielen kann, ist ein gewisses Volumen Lehm im Raum erforderlich. Hierbei besteht dann aber fast kein Unterschied, ob der Lehm als Putz, Lehmbauplatte oder Lehmstein eingebaut wird.

Grundsätzlich können Lehmputze mit geeigneter, festigender Grundierung auch tapeziert werden. Allerdings gehen durch die Beschichtung mit Tapete die positiven raumklima-regulierenden Eigenschaften des Lehms verloren. Wenn bei einem Neubau deshalb Wände tapeziert werden sollen, sollte hier dann bereits bei der Planung alternative Beschichtungen vorgesehen werden.

Bedingt ist es möglich auch Lehmputz mit Fliesen zu belegen. Hierbei ist der Untergrund dann mit einer geeigneten Grundierung vorzubereiten. Durch das Versiegeln der Oberflächen mit Fiesen gehen alle positiven Eigenschaften des Lehms für das Raumklima verloren.

Da die Bindung von Lehmputz durch Wasser aufgelöst werden kann, sollte vor allem dort, wo erhöhte Wassereinwirkung stattfinden kann (z.B. in Dusche oder hinter der Badewanne) kein Lehmputz eingesetzt werden.

Bei der Neuplanung sollte deshalb bereits berücksichtigt werden, wo Dusche oder Badewanne installiert werden sollen. Hier sollte dann ein geeigneter Wandaufbau gewählt werden. In den übrigen Bereichen eines Bades kann hingegen auch Lehmputz eingesetzt werden.

2012 warf das Nachrichtenmagazin Spiegel in einem Artikel¹ die Frage nach einer erhöhten Belastung von Lehmbaustoffen durch die natürliche Radioaktivität im Boden auf. Hierin wurde über Messungen in einem unbewohnten fränkischen Fachwerkhaus berichtet.

Die natürliche Radioaktivität wird durch das aus dem Erdinneren aufsteigende Edelgas Radon verursacht. Je nach geologischer Beschaffenheit des Untergrundes kann es regional erforderlich sein, ein Haus von unten gegen das Aussteigen des Gases abzudichten.

Da Lehm ein Produkt ist, dass aus Bestandteilen des Erdbodens besteht, ist deshalb ggf. auch gesundheitsgefährdende Belastung möglich. Dies gilt allerdings gleichermaßen für andere dem Boden entnommene Baustoffe wie Sand, Kies oder Kalk und Zement.

Inzwischen wurden umfangreiche Messungen zum Thema Radioaktivität im Lehm angestellt. Eine erhöhte Belastung konnte hierbei nicht festgestellt werden und liegt z.B. deutlich unter der Belastung, die von Fliesen ausgehen kann.² Die Deklaration des natürlichen Radium226, Thorium 232 und Kalium40 ist freiwilliger Bestandteil der Deklaration von Lehmbaustoffen nach DIN 18945, 18946 und 18947.

So können Planer und Verbraucher also – auch im Zusammenspiel mit anderen mineralischen Baustoffen, die Gesamtbelastung bereits bewähren der Planungsphase abschätzen. Grundsätzlich geht jedoch vom Baustoff Lehm keine erhöhte Belastung durch natürliche Radioaktivität aus.

 

¹ Holger Dambeck, Der Spiegel, 18.04.2012: Forscher warnen vor Strahlung in Lehmhäusern
² Prof.Dr.Ing. Christof Ziegert: Natürliche Radioaktivität von Lehmbaustoffen
 

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